Ein gutes Bauchgefühl nach der Schwangerschaft – Teil 2

Was Dich und Deinen Bauch in den ersten Monaten nach der Geburt erwartet und was Du aktiv zur Rückbildung beitragen kannst

Bauch nach Geburt

So manche frischgebackene Mutter kennt den grausamen Moment: Die Entbindung ist einige Wochen her, aber im Supermarkt fragt eine nette alte Dame: „No, wann ist es denn soweit?“ 

Das Baby ist da, der Bauch nach der Geburt aber auch noch? Das ist ganz normal…

… und eigentlich logisch, denn in Deinem Bauch ist noch lange nicht wieder alles beim Alten: Die Gebärmutter ist im Vergleich zur Zeit vor der Schwangerschaft um ein Vielfaches vergrößert, einige Organe hatten dem Baby Platz gemacht und sind verschoben, Wassereinlagerungen und Fettreserven werden erst an die neue Situation angepasst. Auch die Haut, die sich über die vergangenen Monate kontinuierlich gedehnt hat, bildet sich nur langsam zurück, das Bindegewebe ist noch locker und die Bauchmuskulatur meist nahezu nonexistent. Das Resultat kann ein schlaffer, faltiger, “puddingartig“ weicher Bauch sein, oft von Dehnungsstreifen gespickt und ohne erkennbare Taille. Soweit die schlechten Nachrichten. Die gute lautet: Erstens ist das bei jeder frischgebackenen Mutter so – ja, auch bei den Hollywoodstars und Topmodels – und zweitens muss es nicht so bleiben.

Was passiert mit dem Bauch nach der Geburt von allein?

In den ersten Wochen nach der Geburt bringt Dich nicht nur Deine neue Mutterrolle zum Schwitzen: Wasser, das sich im Laufe der Schwangerschaft im Gewebe und den Gefäßen eingelagert hatte, wird abgebaut – und das heißt unabhängig von der Jahreszeit: bisher ungeahnte Schweißmengen. Doch keine Angst, erstens ist dieser Spuk bald vorbei, und zweitens zeigt sich der Wasserabbau auch auf der Waage und oft sogar bei der Kleidergröße – die meisten frischgebackenen Mütter verlieren in dieser Zeit sichtlich an Volumen.

Wenn es möglich ist, nutze die optimale Unterstützung auf dem Weg zurück zum flacheren Bauch: Stillen. Nicht nur, dass ca. 500 Kalorien pro Tag direkt in die Milch und deren Erzeugung fließen und so die Schwangerschaftspölsterchen schneller abgebaut werden, ein beim Stillen ausgeschütteter Hormoncocktail führt auch noch dazu, dass sich die Gebärmutter rascher zusammenzieht.

Was kann ich aktiv beitragen?

Vor allem, wenn Du vor oder sogar während der Schwangerschaft sportlich aktiv warst, planst Du vielleicht gleich wieder loszujoggen und Sit-Ups zu machen, sobald das Baby da ist. In den ersten beiden Wochen nach der Geburt gilt allerdings ein absolutes Verbot für Bauchmuskelbeanspruchung. Du solltest Dir sogar angewöhnen, Dich nur über die Seitenlage aufzusetzen und nichts zu heben, das schwerer als Dein Kind ist. Lass Dir von einer Hebamme Kräftigungstricks für Deinen Beckenboden zeigen – denn erst, wenn dieser wieder fit ist, darfst Du Deinen restlichen Körper trainieren, sonst drohen langfristige Folgen wie Inkontinenzneigung, Gebärmuttersenkung und andere vermeidbare Unannehmlichkeiten.

Sechs bis acht Wochen nach der Geburt kannst Du beim Frauenarzt-Kontrolltermin nachfragen, ob Du schon soweit bist. Sobald Du diese Sportfreigabe hast, empfiehlt es sich, zuerst die schrägen (abwechselnd Sit-Ups mit dem Ellbogen zum gegenüberliegenden Knie) und queren Bauchmuskel zu trainieren (Nabel im Liegen oder Sitzen nach hinten und oben ziehen, Bauch einziehen – und Atmen nicht vergessen).

Wie schon während der Schwangerschaft kannst Du Deine Haut durch Wechselduschen und anschließende Zupfmassagen mit Vitamin-E-reichem Öl oder einer straffenden Bodylotion bei der Anpassung an die neue Situation unterstützen.

Was ist verboten?

Neben zu frühem oder falschem Training ist auch das Tragen von Stützwäsche wie SPANX in der ersten Zeit verlockend, aber kontraproduktiv. Du zauberst damit zwar optisch schnell einen flacheren Bauch nach der Geburt, die Bauchmuskulatur wird aber so sehr entlastet, dass sie sich nicht so schnell wie ohne diese Unterstützung regenerieren kann.

Das gleiche gilt für Diäten, allerdings über die Wochenbettdauer hinaus für die gesamte Stillzeit! Achte lieber auf eine gesunde, vollwertige Ernährung, die Dich dabei unterstützt, das Leben mit Stillen, Stress und Schlaflosigkeit gut zu meistern (Praxistipps dazu findest Du hier)! Bei zu rascher Gewichtsabnahme werden außerdem Giftstoffe freigesetzt, die in die Muttermilch gelangen können.

Im nächsten Teil dieser Serie erfährst Du, was Du ab dem vierten Monat nach der Geburt für einen strafferen Bauch und die Wiederkehr Deiner Taille tun kannst – und auch, wie und ab wann Dich plastische Chirurgie dabei unterstützen kann.

Wir freuen uns über Deinen Kommentar und beantworten gerne auch individuelle Fragen – hier oder in der Rubrik „Frag´Dr. Apfolterer“. Bis bald! Dein PrettyMum Team.

Nina Schönfeld
Über Nina Schönfeld (12 Artikel)
Nina Schönfeld ist Mutter einer kleinen Tochter und schreibt seit vielen Jahren Veröffentlichungen im Pharma-, Beauty- und Modebereich.